Eine beeindruckende Studienfahrt führte 42 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 der KGS Kirchberg nach Krakau. Klassenübergreifend machten sich die Jugendlichen auf den Weg nach Polen, um sich vor Ort intensiv mit der Geschichte jüdischen Lebens in der Stadt vor 1939 und mit den Ereignissen infolge der nationalsozialistischen Besatzung auseinanderzusetzen. Während der mehrtägigen Fahrt beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, der Ghettoisierung in Krakau sowie mit Deportationen und Massenmorden während der Zeit des Nationalsozialismus. Darüber hinaus bot die Reise auch Gelegenheit, das moderne Krakau zu erleben und Einblicke in die polnische Kultur zu gewinnen. Für verschiedene Orte in der Stadt hatten die Schüler Referate erarbeitet, die sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern direkt vor Ort präsentierten.

Ein besonders eindrucksvoller Moment war der Besuch der ehemaligen Emaillefabrik von Oskar Schindler. Dort kam es zu einer bewegenden Begegnung mit der Zeitzeugin Niusia Horowitz-Karakulska. Die 93-Jährige berichtete den Jugendlichen aus ihrer eigenen Lebensgeschichte: Als junges Mädchen wurde sie Zeugin der willkürlichen Erschießungen durch den grausamen Lagerkommandanten des Konzentrationslagers Plaszow, Amon Göth. Später wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter fälschlicherweise nach Auschwitz deportiert. Dort entging sie zweimal nur knapp dem Tod in der Gaskammer. Schließlich wurde sie durch Oskar Schindler persönlich gerettet – eine Erfahrung, über die sie heute noch eindrucksvoll und eindringlich berichtet.

Ein weiterer zentraler Programmpunkt war der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz sowie des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler dabei von dem israelischen Fotografen Allon Zaslansky. Unter seiner Anleitung arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an einem spannenden Fotoprojekt. Das genaue Beobachten der historischen Orte führte dabei zu einer intensiveren Wahrnehmung und zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Die während der Studienfahrt entstandenen Fotos und Eindrücke sollen nun weiterverarbeitet werden. Geplant ist eine Fotoausstellung, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Perspektiven und Erfahrungen aus Krakau präsentieren und damit auch anderen einen Zugang zu diesem wichtigen Teil der Geschichte ermöglichen möchten.

Die Durchführung dieser außergewöhnlichen Schulexkursion wurde durch die großzügigen finanziellen Förderungen der Sanddorf-Stiftung (Regensburg), der Axel-Springer Stiftung (Berlin), dem Förderkreis der Synagoge Laufersweiler und der Stadt Kirchberg ermöglicht.

Text: Bernd Wagner

Foto: Eva Schneider